Probleme des Identitätsmanagements Nachlässigkeiten des Staates sorgen für datenschutzrechtliche Probleme

Für viele Internetnutzer sind ständige Registrierungen, um Services im Internet nutzen zu können, ein lästiges Übel. Sei es die Bestellung in einem Online-Shop, die Nutzung eines sozialen Netzwerkes oder die Anmeldung bei E-Mail-Diensten. Überall muss man sich zuerst mit seinen persönlichen Daten registrieren und einen Benutzernamen und Kennwort festlegen. Das ist nicht nur entnervend sondern teilweise auch zeitaufwendig.

Angebote privater Unternehmen

Findige Unternehmen sind daher dazu übergegangen ein sog. Identitätsmanagementsystem anzubieten. Durch dieses müsste man sich nur noch einmalig registrieren und seine persönlichen Daten hinterlegen. Im Folgenden wird man dann automatisch auf jeder Seite, auf der ein Registrierung notwenig ist, registriert. Vorreiter in Sachen Identitätsmanagementsystemen war Microsoft. Hier ging ein Aufschrei durch die Datenschutzoragnisationen. Ausgerechnet der Internet-Gigant Microsoft wolle zum Grenzwächter des Datenschutzes werden. Mittlerweile haben auch etliche andere Unternehmen ähnliche Systeme entwickelt. So bieten unter anderem auch Facebook und Yahoo derartige Identitätsmanagementsysteme an. Gemeinsam haben all diese System, dass die Daten der Nutzer auf einem (ausländischen) Server gespeichert werden. Die Gefahr der Verletzung von datenschutzrechtlichen Vorschriften liegt hier auf der Hand.

Mangelnde Alternativen

Wer bei vielen Internetseiten registriert ist und deshalb dringend ein solches Identitätsmanagementsystem sucht, hat aktuell aber kaum eine andere Wahl, als auf die kommerziellen Anbieter zurückzugreifen. Vom Staat fehlt ein entsprechendes sicheres Angebot und auch europaweit gibt es kaum Alternativen. Nur „Prime“, eine Identitäsmanagementsoftware von der EU, steht den Nutzern zur Verfügung. Lobenswert ist an dieser insbesondere, dass sie auf dem Computer des Nutzers installiert wird und die Daten auch nur auf diesem Computer gespeichert werden. Eine Übertragung der Daten auf ausländische Server findet nicht statt. Wirklich hilfreich ist das Programm aber wohl nicht, hier müssen noch größere Schwächen ausgebessert werden.

Wegen der mangelnden sicheren Alternativen wird zunehmend Kritik an den EU-Staaten laut. Das Passwesen und damit die Indentitätssicherung sei eine der elementaren Aufgaben eines Staates, so die Kritiker. Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass die Staaten die Sammlung solcher Daten kommerziellen Unternehmen überlassen. Die EU hat die Förderung der Entwicklung sicherer Systeme bereits vor einiger Zeit eingestellt. Mittelfristig ist also nicht mit einer geeigneten und sicheren Variante des Identitätsmanagements zu rechnen.

Fazit

Internetnutzern wird mittelfristig wohl weiterhin nichts anderes übrig bleiben, als auf die Dienste der kommerziellen Anbieter zurückzugreifen. Datenschutzrechtlich ist dies jedoch höchst bedenklich. Jedem der sich um den Schutz seiner persönlichen Daten sorgt, ist somit zu raten, auf diese Identitätsmanagementsdienste zu verzichten.

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