Anonymes Surfen im Internet Neuer Anonymitätsmonitor entwickelt

Zur Sicherung der Anonymität im Internet können sog. Anonymisierungsdienste verwendet werden. Viele Berufsgruppen, wie Journalisten oder auch staatliche Dienste greifen darauf zurück um bei ihren Recherchen unerkannt zu bleiben.

Wie funktionieren Anonymisierungsdienste?

Der bekannteste Anonymisierungsdienst ist das Tor-System. Innerhalb dieses System werden die Daten des Users vom Tor-Browser nicht direkt an die gewünschte Website geschickt, sondern erst über mehrere Server innerhalb des Tor-Netzwerks geleitet. Die Daten werden dabei verschlüsselt und auch der Schlüssel selbst bei jeder Weiterleitung geändert. Die Server selbst erkennt nur, von woher die Daten kommen und wohin er sie schicken soll. Die Anonymität ist dabei umso höher je mehr Server im Netzwerk vorhanden sind. Aktuell verfügt das Tor-Netzwerk über etwa 7.000 Server.

Die Tor-Software ist ein offenes Programm. Einen Tor-Server kann somit jeder betreiben und damit die Sicherheit und Anonymität mit erhöhen. Dies birgt aber nicht nur Vorteile, sondern auch Gefahren.

Risken des Tor-Systems

Selbstverständlich können nicht nur diejenigen einen Tor-Server betreiben, die das System fördern wollen. Auch Personen die das System schädigen wollen oder sogar Geheimdienste können die Server betreiben. Zwar kennt auch ein solcher Server nur die o.g. Angaben. Je mehr dieser Server jedoch im Tor-Netzwerk vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Identität der User zurückverfolgt werden kann. Die Sicherheit des Systems kann somit in Abhängigkeit der sicheren Server schwanken.

Neues Monitoringsystem

Zur Überwachung der aktuellen Sicherheitslage, haben Forscher der Universität des Saarlandes das MATor Monitoringsystem entwickelt. Mit diesem System kann gemessen werden, wie viele Server gerade online sind und wie schnell diese arbeiten. Daraus wird ein Sicherheitswert errechnet. Schwankt dieser Wert plötzlich, ist es empfehlenswert seine Tätigkeiten einzustellen, da vermutlich gerade eine Sicherheitslücke besteht.

Es lässt sich festhalten, dass sich die Sicherheit des Tor-Systems in den vergangen Jahren zunehmend verbessert hat, da immer mehr Organisationen große Mengen von Servern zur Verfügung stellen. Es ist allerdings zu bedenken, dass die NSA mit ihrem XKeyscore Spionageprogramm möglicherweise das Tor-Netzwerk überwacht. Konkrete Anzeichen, dass das Tor-System dadurch ausgehebelt wurde gibt es jedoch nicht. Allerdings könnte man schon allein durch die Benutzung des Tor-Netzwerkes ins Visier der Behörden geraten.

Wenn auch Sie ihren persönlichen Daten sichern wollen, beraten wir Sie gerne umfassend zum Thema Datenschutz.

 

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